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Viele konkrete Ideen für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Eine starke Beteiligung und intensive Diskussionen prägten das zweite Backnanger Inklusionsforum am letzten Freitag

Abenteuer Inklusion

Sie legen ein ordentliches Tempo vor, die Initiatoren des „Inklusionsforums“ beim Kreisjugendring Rems-Murr und bei der Elterninitiative „Forum für Teilhabe“: Nach der Premiere des Diskussions- und Austauschtreffens im vergangenen November ging die Ideenschmiede am vergangenen Wochenende bereits in die zweite Runde. Es ist den Beteiligten spürbar ernst mit ihrem Motto „Inklusion – da wollen wir hin!“. Mit großem Interesse und mit enormer Arbeitsbereitschaft – die Veranstaltung verlief immerhin von 18 bis 22 Uhr ! –  machten sich im Backnanger Feuerwehrgerätehaus mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den gemeinsamen Weg. Jugendliche mit Behinderung zusammen mit ihren Müttern, Vätern, Geschwistern und Mitarbeitern aus der Behindertenhilfe gingen im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen an die Zukunfts-Arbeit. Wie können Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft, in ihre Stadt und ins alltägliche Leben besser eingebunden werden. Was befördert die Zielsetzung der Inklusion? Was behindert sie? Zu den Themenbereichen „Mobilität“, „Freizeit“ und „Arbeit“ hatte man bereits beim ersten Inklusionsforum Visionen entworfen, sowie Ziele formuliert und dabei festgestellt, dass vielfach Ist-Stand und Ziel-Stand weit auseinander liegen. Diese Lücken zu verkleinern, so formulierten es die Moderatoren Cornelia Floeth und Thomas Wildermuth, war das Etappenziel der aktuellen zweiten Runde.

Abenteuer InklusionWichtige Anregungen und best-practice-Beispiele vermittelte zu Beginn in einem Impulsreferat der Unternehmer Andreas Kamm von der Winnender „Nix Gut GmbH“. Die Firma, die 1995 mit dem Verkauf von Punk-CDs aus der Privatwohnung heraus begann, betreibt heute ein Warenlager auf 1400 Quadratmetern und beschäftigt 21 Vollzeitmitarbeiter, davon 11 Schwerbehinderte. Der für Wirtschaftsbetriebe auf dem ersten Arbeitsmarkt unglaublich hohe Behindertenanteil beeindruckte die Zuhörer. Wieso schaffen die das – und andere nicht? „Es geht, weil wir es wollten – und zwar von Anfang an. Wir wollten nie ein ganz normaler Betrieb sein“, so Andreas Kamm über seine Firma, die sich seit 2005 zertifiziertes Integrationsunternehmen nennen darf. Sie bietet heute Menschen mit Behinderungen Ausbildungsmöglichkeiten zum Fachlageristen, Lagerlogistiker und bald zum Bürokaufmann und versteht sich so als „Brücke zwischen WfB und normalem Arbeitsmarkt“.

Wie wichtig und bislang viel zu rar solche Brücken sind, das machten die behinderten Jugendlichen im erstmals organisierten „Jugendforum“ deutlich. Die 15 Jungs und Mädchen, viele davon mit Down-Syndrom, wurden reihum von den Moderatorinnen u.a. danach gefragt, wo sie denn nach der Schule arbeiten wollten. Und die Antworten sprudelten nur so: In einer Restaurantküche, in einem Cafe, im Büro, Drogerie, Holzwerkstatt, Kindergarten, Seniorenheim … „Die Vorstellungen der Jugendlichen sind sehr konkret und klar“, so Moderatorin und Mutter Andrea Wildermuth. “Es ist eine sehr hohe Motivation vorhanden, auch in den Bereichen „Freizeit“ und „Mobilität““. Dann jedoch folgt auch schon das Aber: „Leider sind bislang überall zu wenig passende Angebote zu finden“, fasst sie die Erfahrungen der Betroffenen zusammen. Am Ende aber betont sie die Bedeutung des „Inklusionsforums“ als optimistisches „Trotzdem“: „ Alle in der Gruppe „Jugendforum“ hoffen, das sich etwas ändern wird“.

Abenteuer InklusionKonkrete Ideen in Richtung Veränderung haben die Erwachsenen in ihren Kleingruppen inzwischen herausgearbeitet. Unter dem Motto „Das könnte man in Angriff nehmen!“ haben sie klare Projektvorschläge und mögliche Partnerschaften auf weiße Plakate notiert: „Paten in Backnanger Vereinen suchen“, steht da zum Beispiel. Oder: „Einen offenen Treff im Jugendhaus etablieren“, „Filme über Barrieren auf Facebook stellen“… Die Ideen sind eng umrissen und als Einzelschritte praktisch umsetzbar. Wie etwa auch der Vorschlag einer „kommunalen Zukunftswerkstatt“ zum Thema Inklusion. Mitveranstalterin Elke Tigli vom Kreisjugendring freut sich über die viele Ideen: „Auch zum Thema Freizeit gab es viele Anregungen und sogar Namen, die sich konkret zur Mitarbeit verpflichteten“. „Jetzt gilt es, die konzentriert erarbeiteten Ideen zusammenzufassen und erste Projekte daraus zu stricken“, so Simon Meier vom Kreisjugendring. Seitens der Stadt Backnang gab es am Ende von Frau Szelest, in Vertretung des erkrankten ersten Bürgermeisters Michael Balzer, die Einladung, die Ergebnisse des zweiten Inkusionsforums am 28.06. im Sozialausschuss zu präsentieren. Und einen Termin für das dritte Backnanger Inklusionsforum gibt es auch schon, es ist der 23.11. Es bleibt also dabei, sie legen ein ordentliches Tempo vor…

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